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Deutschland: mehr Gründungen und mehr Insolvenzen

Im Jahr 2009 nahmen in Deutschland sowohl die Gründungen als auch die Insolvenzen zu. Die Wirtschaftskrise führt zu mehr Gründungen aus der Arbeitslosigkeit.

Stichworte: Arbeitslosigkeit | Betriebsübergabe | Insolvenz | Insolvenzstatistik | Statistik Unternehmensgründungen | Unternehmensgründung

2009: Mehr Gründungen aus der Arbeitslosigkeit

Nach neuesten Schätzungen des IfM Bonn auf der Basis der Gewerbeanzeigenstatistik des Statistischen Bundesamtes waren in Deutschland im Jahr 2009 410.000 Existenzgründungen zu verzeichnen. Nach einem kontinuierlichen Rückgang der Gründungszahlen seit dem Jahr 2004 wurde im vergangenen Jahr eine Steigerung um 2,7 % im Vergleich zum Vorjahr realisiert.

Der Anstieg ist zu einem Großteil auf die steigende Zahl der Gründungen aus der Arbeitslosigkeit zurückzuführen.

Weniger Liquidationen, mehr Insolvenzen

Die Zahl der Liquidationen ist im gleichen Zeitraum um 3,6 % auf rund 397.000 gesunken, wobei sowohl die Zahl der Unternehmensaufgaben als auch die der Unternehmensübergaben zurückgegangen ist.

Der Rückgang der Unternehmensaufgaben, bei denen es sich um die Abwicklung der Geschäfte zwecks Auflösung des Unternehmens handelt, muss in Zeiten der Wirtschafts- und Finanzkrise nicht notwendigerweise als Entwarnung gewertet werden. Denn mangels alternativer Beschäftigungsmöglichkeiten zögern viele Unternehmer den Marktaustritt hinaus.

Dass dieser Überlebenskampf nicht bei allen Unternehmen von Erfolg gekrönt ist, zeigen die Insolvenzzahlen: Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen war im Jahr 2009 um rund 17 % auf ca. 34.300 gestiegen. Die Finanz- und Wirtschaftskrise führte zu einer Überschuldung bzw. (drohenden) Zahlungsunfähigkeit, so dass eine steigende Zahl von Unternehmen zu einer Insolvenzanmeldung gezwungen war. Der Saldo aus Gründungen und Liquidationen weist im abgelaufenen Jahr wieder ein positives Vorzeichen auf, nachdem er im Jahr 2008 erstmals seit Mitte der 1970er Jahre negativ ausgefallen war.

Ausblick 2010

Für das Jahr 2010 wird erwartet, dass sich der konjunkturelle Einbruch des Vorjahres verstärkt auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar machen wird. Der Mangel attraktiver Alternativen zur Selbstständigkeit in Form sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung wird aller Voraussicht nach auch weiterhin zu einem Anstieg der Gründungszahlen, insbesondere der Gründungen aus der Arbeitslosigkeit, führen. Gleichzeitig ist mit einem Liquidationsgeschehen auf weiterhin hohem Niveau zu rechnen. Insbesondere die Zahl der Unternehmensinsolvenzen könnte auf bis zu 40.000 ansteigen.

Quelle: Institut für Mittelstandsforschung Bonn

Online seit: 10.03.2010

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