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Sanierungsverfahren in Deutschland wenig genutzt.

Studie des IfM Bonn zeigt, dass die 1999 umgesetzte Reform des Insolvenzrechts noch nicht die erhofften Effekte brachte.

Stichworte: Sanierungsverfahren

Neues Sanierungsverfahren Insolvenzplan

Bereits 1999 wurde vom deutschen Gesetzgeber das Insolvenzrecht reformiert. Erklärtes Ziel war die deutliche Erhöhung der Zahl der Unternehmenssanierungen. Dazu wurde im Gesetz das neue Sanierungsinstrument Insolvenzplanverfahren verankert. Es hat einige Ähnlichkeiten mit dem Zwangsausgleich in Österreich, überlässt den Beteiligten aber deutlich mehr Gestaltungsspielraum. Obwohl z.B. die Quote zwischen Schuldner und Gläubigern frei vereinbart werden kann, hat sich in der Praxis ein Durchschnittswert von 19,5% herauskristallisiert - und liegt damit ganz nah an der Mindestquote von 20% des Zwangsausgleichs in Österreich.

800 Sanierungsverfahren von 1999 - 2005

Mit der Studie des Ifm Bonn wurden die Auswirkungen der Gesetztesreform nun erstmals evaluiert. Zentrales Ergebnis: Die Hoffnung, dass zumindest 5% der insolventen Unternehmen durch die neuen Instrumente gerettet werden können, wurde bislang nicht erfüllt. Seit der Gesetzesänderung 1999 bis zum Jahr 2005 wurden nur 800 Unternehmen saniert, also nur einige Promille aller Insolvenzverfahren.

Das bedeutet auch, dass pro Gericht durchschnittlich nur vier solcher Verfahren abgewickelt werden. Damit ist das Planverfahren bei der Mehrzahl der Insolvenzrichter sechs Jahre nach dessen Einführung noch nicht wirklich erprobt.

Neue Sanierungsverfahren zu wenig bekannt

Als Ursache der geringen Verbreitung wird vor allem der immer noch unzureichende Bekanntheitsgrad bei Gläubigern, Unternehmen, Beratern, Insolvenzverwaltern und Gerichten angeführt. Einzig im Bundesland Sachsen wurden Informationskampagnen durchgeführt und der Erfolg bestätigt die Bemühungen. Mit durchschnittlich 30 Planverfahren pro Gericht liegt es weit vor den anderen Bundesländern.

Quelle: Institut für Mittelstandsforschung Bonn

Online seit: 21.02.2007

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