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Das kleine 1x1 der Liquiditätssicherung

Viele Unternehmungen enden böse weil häufig einige Grundregeln der Liquiditätssicherung nicht beachtet werden

Stichworte: Controlling | Finanzierung | Liquidität sichern

Gerade wenn es eng wird...

... will man es oft gar nicht so genau wissen. In guten Zeiten haben Sie vielleicht täglich Ihren Kontostand abgerufen in dem Wissen, dass er Ihnen Freude machen wird. Gutes Geld für gute Arbeit.

Aber jetzt: das Minus wird immer größer, Sie wollen die Post schon nicht mehr öffnen, der Kontostand verursacht Magenschmerzen. Auch wenn es Überwindung kostet: gerade jetzt müssen Sie sehr genau hinsehen.

Wie lange reicht das Geld noch?

Sie können Engpässe nur rechtzeitig erkennen, wenn Sie Ihre erwarteten Einnahmen den Ausgaben gegenüberstellen. Das ist keine Aufgabe des Steuerberaters, diese Planung müssen Sie selbst vornehmen. Oft reicht schon eine Excel-Tabelle, viele Zahlungen fallen ja regelmäßig an. Wenn Sie eine solche Liste monatlich aktualisieren, haben Sie einen guten Überblick. Vielleicht gefällt Ihnen nicht, was Sie darauf sehen. Aber nur wenn Sie Ihre Zahlen kennen, können Sie auch etwas unternehmen.

Wenn Sie sich schon nicht selbst um die Buchhaltung kümmern wollen: zumindest quartalsmäßig Besprechungen mit Ihrem Steuerberater.

Welche Rechnungen zahlen Sie zuerst?

Wenn die Rechnung erst mit deutlicher Verspätung eintrudelt, wird es mit dem Bezahlen auch keine Eile haben. Stellen Sie die Rechnung daher unverzüglich nachdem die vereinbarte Leistung erbracht wurde. Sorgfalt bei der Rechnungserstellung macht sich bezahlt: wenn Sie Leistungen oder Preise nicht korrekt ausweisen geben Sie dem Kunden die Möglichkeit, die Zahlung zu verzögern oder gänzlich zu verweigern.

Beschleuniger: Zahlungsziele und Skonto

Wenn Sie eine Leistung erbracht haben und auf Ihr Geld warten müssen, werden Sie zum Kreditgeber. Mit dem Geld, das auf Ihrem Konto fehlt, arbeiten in der Zwischenzeit andere. Formulieren Sie daher auf Ihren Rechnungen ein klares Zahlungsziel, nur so können Sie ein effektives Mahnwesen aufbauen. Die Gewährung eines Skonto hat schon so manchen Zahlungsvorgang beschleunigt.

Wer hat nicht bezahlt?

Ein wichtiger Schritt ist die Liquiditätsplanung. Ohne regelmäßig die Eingänge zu kontrollieren hilft Ihnen allerdings auch die beste Planung nichts. Sie können volle Auftragsbücher haben, wenn Sie Ihre Außenstände anwachsen lassen, bringt Sie das in einen gefährlichen Liquiditätsengpass.

Mir ist es peinlich, meine Kunden zu mahnen!

Ist es Ihrem Betreuer bei der Bank auch peinlich, Sie an Ihr überzogenes Bankkonto zu erinnern?

Auch wenn Sie es hassen und es Ihnen lästig oder peinlich ist: das Mahnwesen ist das Herzstück. Mahnen Sie Ihre Kunden immer sofort nach Überschreiten des Zahlungsziels. Sind Sie schlampig beim Mahnen, sind Ihre Kunden auch schlampig beim Bezahlen! Die Erfahrung zeigt: je länger Sie mit dem Einmahnen abwarten, umso unwahrscheinlicher wird es, dass Sie zu Ihrem Geld kommen.

Sie müssen auch nicht immer bösen Willen annehmen, manchmal bleiben Rechnungen schlicht in irgendwelchen Stapeln liegen.

Vielleicht verliere ich meine Kunden, wenn ich Sie immer an die offenen Rechnungen erinnere?

Schon möglich, aber seien wir ehrlich: wenn diese Kunden nur bei Ihnen bleiben weil Sie monatelange Lieferantenkredite gewähren, dann ist die Kundenbeziehung ohnehin problematisch. Entweder wird Ihre Gutmütigkeit schamlos ausgenützt oder Ihr Kunde hat selbst Zahlungsprobleme. In manchen Bereichen spricht es sich auch schnell herum, dass man sich bei Ihnen mit dem Zahlen ruhig Zeit lassen kann. Sie ziehen damit nur weitere Kunden mit bedenklicher Zahlungsmoral an.

Zahlungsunwillige oder zahlungsunfähige Kunden frustrieren Sie persönlich und gefährden Ihre Existenz. Auch wenn Sie einmal viel Aufwand betrieben haben, um diese Kunden zu gewinnen - verabschieden Sie sich besser von Ihnen. Verwenden Sie Ihre Energie dafür, neue Kunden mit besserer Zahlungsmoral zu gewinnen.

Kennen Sie die Bonität Ihrer Kunden?

Prüfen Sie Ihre Kunden, denen Sie Zahlungsziele einräumen möchten, vor Abschluss von Lieferverträgen. Greifen Sie dabei auf alle verfügbaren Informationen zurück, die eine Bewertung der Kundenbonität erlauben. Kunden mit unzureichender Bonität sollten Sie keinen Kredit einräumen. Bonitätsauskünfte sind nicht teuer und je größer der Auftrag um so wichtiger.

Wartefrist einkalkulieren

Wenn Sie heute eine Rechnung stellen, wird morgen das Geld nicht auf Ihrem Konto sein. Wenn Sie die Zahlungsmoral Ihrer Kunden zu optimistisch einschätzen, wird Ihnen das Geld immer dann fehlen, wenn Sie es am dringendsten benötigen.

Anzahlungen und Teilzahlungen

Was denken sich denn meine Kunden, wenn ich gleich eine Anzahlung verlange? Ihre Kunden werden sich denken, dass Sie sorgfältig mit Ihrer Leistung und Ihrem Geld umgehen.

Bei Leistungen in größerem Umfang sollten Sie jedenfalls auf einen schrittweisen Zahlungsplan bestehen. Wenn Sie Vorleistungen in erheblichem Ausmaß bringen müssen, kann Sie das in einen erheblichen Liquiditätsengpass bringen.

Das Gschiss mit den Folgeaufträgen

Die alte Rechnung ist noch nicht bezahlt, aber der nächste Auftrag winkt bereits. Folgeaufträge gehören zu den gefährlichsten und größten Verlockungen.

Bedenken Sie: Falls der Kunde schon Zahlungsschwierigkeiten hat, wird er nichts anders tun als Sie selbst in einer solchen Phase: Beschönigen, Kaschieren, Ausreden erfinden! Im Zweifelsfall sollten Sie jedenfalls auf die Bezahlung der alten Rechnung bestehen, bevor Sie sich wieder in die Arbeit stürzen.

Auch Sie müssen Rechnungen begleichen. Vermitteln Sie Ihrem Kunden, dass daher jene Aufträge Vorrang haben, die Ihre eigene Zahlungsfähigkeit stützen.

Ausreichenden Spielraum sichern

Jedes Unternehmen hat Phasen, in denen zwischenfinanziert werden muss. Sichern Sie sich rechtzeitig bei der Bank einen ausreichend großen Rahmen - und zwar bevor Sie Ihre Kreditlinie ausgeschöpft haben. Wenn Sie nicht mehr liquide sind, haben Sie gegenüber der Bank eine denkbar schlechte Verhandlungsposition.

Online seit: 13.12.2003

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