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Factoring zur Sicherung der Liquidität

Ihr Unternehmen hat immer wieder hohe Außenstände und Ihnen fehlt das Geld für das operative Geschäft? Dann kann Factoring eine Lösung sein.

Stichworte: Basel II | Branchen: Bauwirtschaft | Finanzierung | Rating

Die schlechte Zahlungsmoral von Kunden macht vielen Unternehmen Kopfzerbrechen. Gleichzeitig betreiben sie oft kein konsequentes Forderungsmanagement. So braut sich schnell eine Liquiditätskrise zusammen, die selbst für rentabel arbeitende Unternehmen das Aus bedeuten kann.

Die Folgen hoher Außenstände

  • Beziehung zu Lieferanten: Einkaufsvorteile und Skonti können nicht mehr genutzt werden. Lieferanten berechnen Verzugszinsen und Mahngebühren bzw. liefern sie nur mehr zu verschlechterten Konditionen.
  • Die Beziehung zur Bank ist problematisch. Sie müssen immer wieder Ihren Kontokorrentkredit überziehen oder neue Kredite aufnehmen. Basel II tut sein übriges, denn das Bilanzbild wird dadurch beschädigt und das Rating Ihres Unternehmens verschlechtert.
  • Wenn Sie Ihrem Geld immer hinterherlaufen müssen, entstehen hohe Verwaltungskosten.

Was ist Factoring genau?

Factoring bedeutet den Verkauf offener Forderungen aus Warenlieferungen und Dienstleistungen an die Factor-Gesellschaft. Dabei werden keine einzelnen Forderungen abgetreten, sondern mit der Factor-Gesellschaft ein Rahmenvertrag eingegangen, der sämtliche Forderungen umfasst.

Sie leiten sofort nach Rechnungsstellung die Rechnung an den Factor weiter. Ihr Kunde muss die Zahlung nun an die Factor-Gesellschaft leisten, Sie erhalten sofort eine Anzahlung von 70-80%. Nach längerer Zusammenarbeit sind die Factor-Banken auch bereit, bis zu 90% zu bevorschussen. Hat der Kunde bezahlt, erhalten Sie den Restbetrag ausbezahlt. Davon werden allerdings Zinsen für die bevorschusste Summe und die Factoring-Gebühr abgezogen.

Für wen ist Factoring eine interessante Option?

Factoring ist besonders für Betriebe mit rasch steigenden und schwankenden Umsätzen interessant. Die Factoring-Gesellschaften überprüfen

  • den Jahresumsatz Ihres Unternehmens, Factoring macht erst ab ca. 300.000 Euro Jahresumsatz Sinn. Die Höhe des geforderten Mindestumsatzes schwankt zwischen den einzelnen Factor-Gesellschaften.
  • die Bonität Ihres Unternehmens.
  • die Debitorenstruktur.
  • Anzahl und durchschnittliche Höhe der Rechnungen, Höhe der Außenstände, Zahlungsausfälle, Gutschriften.

Nicht akzeptiert werden Unternehmen aus den Bereichen

  • Bauwirtschaft,
  • Anlagenbau- und Maschinenbau,
  • Transportgewerbe,

weil hier oft auf Basis von Gegengeschäften abgerechnet wird.

Problematisch ist, dass in Österreich Kunden von Ihren Lieferanten nach wie vor mit einem Zessionsverbot belegt werden können, die offene Forderung darf also nicht an Dritte abgetreten werden. Die Factoring-Gesellschaften hoffen auf ein baldiges Ende des Zessionsverbotes, sind im Einzelfall aber verhandlungsbereit.

Vorteile von Factoring

  • In Hinblick auf Basel II: Das Bilanzbild wird verbessert, Eigenkapitalquote steigt.
  • Im Gegensatz zu einem Bankkredit schonen Sie Ihre Sicherheiten.
  • Verbesserte Liquidität.
  • Absicherung gegen Zahlungsausfall.
  • Sie können Ihren Verwaltungsaufwand reduzieren, da Factoring-Gesellschaften auch die Debitorenverwaltung inklusive des gesamten Mahn- und Inkassowesens übernehmen.

Rechnet sich Factoring?

Factoring verursacht natürlich Kosten, die Konditionen sind abhängig von der Bonität Ihres Unternehmens, dem Markt, Risiko und der Debitorenstruktur:

  • Gebühren zwischen 0,2% und 2%,
  • Factor-Zins für die Bevorschussung der Forderungen zu banküblichen Zinssätzen.

Den Kosten von Factoring können Sie gegenüberstellen die Kosten durch:

  • nicht wahrgenommene Skonti und Einkaufsvorteile,
  • Ausnützen bzw. Überziehen des Kreditrahmens bei der Bank,
  • schlechtes Rating und dadurch ungünstige Konditionen bei der Bank,
  • Verwaltungskosten im Bereich Forderungsmanagement.

Factoring als Heilmittel bei akuter Krise?

Wenn sich Ihr Unternehmen in einer akuten Liquiditätskrise befindet und der Exekutor bereits vor der Tür steht, ist es zu spät, sich mit Factoring zu beschäftigen. Wenn Sie allerdings bei guter Auftragslage immer wieder vor Liquiditätsengpässen stehen, dann kann Factoring ein geeignetes Instrument im Sinne einer Krisenprävention sein.

Factoring-Gesellschaften in Österreich:

FactorBank

Intermarket Bank AG

VB Factoring Bank AG

Online seit: 03.06.2004

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