Leben mit der Krise
unternehmer-in-not.at

StartseiteMagazinThemen specialUnternehmensgründungUnternehmensgründungen - langfristige Trends

Unternehmensgründungen - langfristige Trends

Fünf Trends bei Unternehmensgründungen genauer betrachtet: ein durchwachsenes Bild.

Stichworte: Ältere Selbständige | Statistik Unternehmensgründungen | Statistiken | Trends | Unternehmensgründung | Unternehmerinnen

Regelmäßig erhalten wir neue Zahlen zur Gründungsdynamik in Österreich, meist wird ein Vergleich zum Vorjahr gezogen. Eine systematische Erfassung des Gründungsgeschehens in Österreich erfolgt seit 1993. Wir haben uns einige Eckdaten im Vergleich angesehen.

Trend: Gründerinnen und Gründer werden älter

Der Anteil jener, die bei der Gründung 40 Jahre oder älter waren, lag im Jahr 1993 bei 25,3%, im Jahr 2004 bereits bei 35%. Der Trend hin zu älteren Gründern und Gründerinnen wurde in den Jahren 2000 und 2001 kurz unterbrochen. Ihr Anteil an den Gründungen rutschte in diesen Jahren wieder unter die 30%-Marke.

Trend: Siegeszug der Einzelfirmen

Erfolgten im Jahr 1993 noch 66,8% der Gründungen in Form einer Einzelfirma, so erhöhte sich deren Anteil kontinuierlich auf 81% im Jahr 2004. Verlierer ist die GmbH: 1993 wurden noch mehr als ein Viertel (26,9%) der Unternehmen in Form einer GmbH gegründet, 2004 waren es nur mehr 10,7%.

Trend: Mehr Unternehmerinnen?

26,7% der Einzelunternehmen wurden im Jahr 1993 von Frauen gegründet, im Jahr 2004 waren es bereits 35,1%. Einen deutlichen Sprung gab es im Jahr 1999: bis 1998 war der Anteil der von Frauen gegründeten Unternehmen auf 28,1% angewachsen, im Jahr 1999 waren es 33,3%. Den höchsten Anteil an Gründungen durch Frauen gab es allerdings nicht im vergangenen Jahr, sondern 2003: damals betrug er 36,6%. Wir sind gespannt, wie sich der Anteil an weiblichen Gründungen weiter entwickelt.

Trends Bundesländer-Ebene: Die ersten werden die letzten sein

Auf der Ebene der Bundesländer zeigt sich ein sehr differenziertes Bild. Österreichweit gab es im Jahr 1996 einen Rekord bei den Zuwachsraten. Das Plus von 40% im Vergleich zu 1995 dürfte zu einem wesentlichen Teil durch veränderte rechtliche Rahmenbedingungen und von der europäischen Integration mitbeeinflusst worden sein. In diesem Jahr gab es auch in allen österreichischen Bundesländern einen Zuwachs an Gründungen. Den höchsten Anteil hatte damals Oberösterreich mit einem Zuwachs von 51,4%, den geringsten Vorarlberg mit 11,8%. In weiterer Folge verzeichneten nur im Jahr 1999 alle Bundesländer positive Zuwachsraten.

Im Jahr 1998 gab es dann österreichweit einen Rückgang bei den Gründungszahlen um 9,1%. Auch in diesem Jahr zeigte sich über alle Bundesländer ein einheitliches Bild, sie hatten alle im Vergleich zum Vorjahr geringere Gründungszahlen aufzuweisen.

Abgesehen von diesen drei Jahren finden wir ein sehr uneinheitliches Bild vor: Teils beachtliche Zuwachsraten in einzelnen Bundesländern gehen Hand in Hand mit Rückgängen in anderen Bundesländern. Auch innerhalb der Bundesländer schwanken die Zahlen von einem Jahr zum nächsten zum Teil beträchtlich: So musste beispielsweise Tirol im Jahr 2004 einen Rückgang bei den Gründerzahlen um 8% verzeichnen und heimste damit den Negativrekord ein. Allerdings war Tirol ein Jahr zuvor mit einem Zuwachs von 23,4% Spitzenreiter unter den österreichischen Bundesländern.

Nur ein Bundesland hatte seit 1999 ausschließlich positive Zuwachsraten zu verzeichnen, nämlich Wien. Auch hier zeigt sich ein durchwachsenes Bild: Mit einem Plus von 24% im Jahr 2004 war Wien Spitzenreiter. Der geringste Zuwachs seit 1999 von 2,3% im Jahr 2001 bedeutete einen Platz im hinteren Mittelfeld.

Trend: mehr Gründungen

Eindeutig geht der Trend der letzten Jahre in Richtung mehr Gründungen. Seit 1999 gab es - mit Ausnahme des Jahres 2002 mit einem Minus von 0,8% - jährlich einen Zuwachs an Gründungen. Der höchste Wert wurde mit einem Plus von 11,3% im Jahr 1999 erreicht, nachdem 1998 ein Minus von 9,1% der Statistik einen Knick gab. Die vorläufigen Zahlen für das Jahr 2004 weisen mit 29.715 Neugründungen mit einer Lebensdauer von mehr als 6 Monaten (nachhaltige Gründungen) im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 1.400 Gründungen bzw. von 4,9% aus.

Die Zahl der Gründungen steigt also. Ob die Gründungsdynamik tatsächlich weiter zunimmt oder der eher geringe Zuwachs von 4,9% den Beginn einer abflachenden Kurve einleitet, werden die nächsten Jahre zeigen.

Quellen

Sämtliche Zahlen wurden aus Statistiken berechnet, die bei der Wirtschaftskammer Österreich erhältlich sind.

Online seit: 29.03.2005

Seitenanfang

Suche auf www.unternehmer-in-not.at:

Benutzerdefinierte Suche
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen, Angaben zum Haftungsausschluss und zum Datenschutz.
Verwendung von Texten nur mit schriftlicher Erlaubnis