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Der Fluch des raschen Geldes

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Renate kommt aus einer traditionellen Selbständigen-Familie. Angestellt zu sein, war ihr immer ein bisschen suspekt. Ein entsprechendes Angebot kam ihr da nur gelegen.
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Stichworte: Zwangsausgleich | Familienbetrieb | Branchen: EDV, IKT | Branchen: Handel | Burn out | Familie und Beruf | Erfahrungsberichte

Ich wurde da hineingeboren, meine Großeltern und meine Eltern waren selbständig und da kriegt man ein Selbstverständnis dafür. Lehrerin war zwar in meiner Jugend ein Beruf, der mich auch gereizt hätte, aber ich hab schon die Handelsschule gemacht damit ich schnell im Geschäft meiner Eltern mitarbeiten kann. Das war aber ein kleiner Betrieb, der nie die ganze Familie hätte tragen können.

Ich hab also ein bisschen in Büros gejobbt und hab mit 22 geheiratet und meinen Sohn bekommen und ein Haus gebaut. Wir haben uns schon nach einem Jahr wieder getrennt. Emotional wie ich bin, das Kind unter dem Arm bin ich raus aus dem Haus, hab mir eine Wohnung gesucht und gesagt, das war es. Die Scheidung war dann erst einige Jahre später und da hat sich schon gezeigt, wo ich eher meine schwachen Seiten habe. Mein Exmann hatte 3.000 Schilling im Monat bezahlt und mehr wollte ich auch nicht. Der Richter hat bei der Scheidung zu mir gemeint, dass das nicht gescheit ist, und mir steht auch von dem Haus etwas zu. Es gehört schon viel Blödheit dazu, aber ich hab darauf verzichtet.

Ich war also alleinerziehende Mutter, das Kind war viel krank. Und da hab ich schon gesehen, dass es total schwierig ist so in einem Büro. Ich hatte irrsinnige Wickel, die Kollegen haben einen irrsinnigen Druck gemacht und mir war das unerträglich. Außerdem war mir diese Angestellten-Position sowieso ein bissl suspekt weil ich ja aus einer anderen Ecke gekommen bin.

Ich hab mich mit 9.000 Schilling durchgewurschtelt, davon 3.000 für den Kindergarten und 3.000 für Miete und im Nachhinein frag ich mich, wie sich das alles ausgegangen ist. Und dann war schon immer die Idee, es muss irgendwas passieren. Ich muss irgendwie die Möglichkeit haben, leistungsbezogener zu verdienen. So um 1985 hab ich wieder eine private Beziehung begonnen.

Er verkaufte EDV-Zubehör mit Handelsvertretern. Er meinte, ich sollte das auch machen, da kann ich gut verdienen und mir die Zeit frei einteilen. Und das hab ich dann auch gemacht, ich hab mir mit einem irren Biss einen guten Kundenstock aufgebaut. Ich bin schon ein ziemlicher ehrgeiziger Mensch und kann schon sehr viel arbeiten, das ist etwas, das mich überhaupt nicht stört. Innerhalb von einem halben Jahr ist das toll gelaufen und ich hab Summen verdient, die ich mir vorher nicht hätte vorstellen können.

Weiter zu:

Teil 1: Der Shooting-Star verlässt das Nest
Teil 2: Gespannt wie ein Gummiringerl
Teil 3: Mitten im Burnout
Teil 4: Vom Rettungsversuch in den Konkurs
Teil 5: Ein Zwangsausgleich und endlich Entspannung
Teil 6: Neue Ausbildung - neues Leben
 
Dieser Beitrag ist seit 22.10.2003 online und wurde 13.949x gelesen

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