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Liquidität vor Rentabilität - nur in der Krise?

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Viele Unternehmen müssen sich mit Engpässen in ihrer Liquidität auseinandersetzen. Die Rentabilität beeinflusst, ob aus einer drohenden Liquiditätskrise Zahlungsunfähigkeit wird.

Liquidität vor Rentabilität gilt als wichtiger kaufmännischer Grundsatz, die Sicherung der Liquidität ist vordringlichste Aufgabe jedes Unternehmers. Auch die Liquidität von an sich rentabel arbeitenden Unternehmen kann durch unvorhergesehene Ereignisse leiden. Die Finanzkrise 2008/09 ist dafür nur ein Beispiel, Forderungsausfälle in einem größeren Ausmaß sind ein anderes Beispiel.

Kurzfristige Sicherung der Liquidität durch wenig rentable Geschäfte

Können die fälligen Zahlungen nicht mehr geleistet werden, dann ist die beste langfristige Strategie wertlos. Das bedeutet auch, dass Unternehmen bei drohenden Zahlungsengpässen immer wieder bereit sind, weniger rentable Aufträge zu übernehmen um den Geldfluss aufrecht zu erhalten. Dieses Durchtauchen ist manchmal unumgänglich, reduziert aber den zukünftigen Aktionsradius weil meist die Reserven in dieser Phase angegriffen werden.

Wenn in der Folge die Geschäfte wieder anlaufen und lukrative Abschlüsse möglich sind, entsteht häufig ein erhöhter Finanzierungsbedarf. Nicht selten kommt es daher in dieser Phase erneut zu einem Liquiditätsengpass weil der finanzielle Spielraum nun eingeschränkt ist.

Geringe Rentabilität und knappe Liquidität

Der viel häufigere Fall ist jedoch, dass über einen längeren Zeitraum hinweg mangelnde Rentabilität zur Liquiditätskrise führt. Mit jedem neuen Auftrag oder Verkauf wird wieder nur ein Loch gestopft und dabei ein neues aufgemacht, das vielleicht noch größer ist. Sind die Auftragsbücher z.B. aufgrund einer günstigen Konjunktur voll, kann diese Loch auf – Loch zu – Strategie unter Umständen sogar über einen relativ langen Zeitraum aufrecht erhalten und die wahre Schieflage überdeckt werden. Allerdings bedeuten bereits kleine Störfälle, wie verspätete Zahlungseingänge oder Verzögerungen bei der Auftragsabwicklung, für solche Unternehmen häufig eine akute Existenzbedrohung.

Gerade bei Ein-Personen-Unternehmen oder Kleinstunternehmen im Dienstleistungsbereich kann eine solche Phase Jahre andauern. In diesen Unternehmen ist die Arbeitskraft des Unternehmers/ der Unternehmerin eine wesentliche Ressource. Häufig wird daher versucht, die sinkende bzw. geringe Rentabilität mit verstärktem persönlichen Einsatz in Form steigender Arbeitszeit wettzumachen. Aus 40 Wochenstunden werden 50 oder 60 Wochenstunden bei de-facto sinkenden Stundensätzen. Damit kann unter Umständen die Zahlungsfähigkeit aufrecht erhalten werden, sobald jedoch die persönliche Überlastung in die physische und/ oder psychische Erschöpfung mündet, ist in aller Regel auch die Liquidität erschöpft.

Liquidität ist nicht alles…

Mit der Liquidität verhält es sich also wie mit der Gesundheit. Liquidität ist nicht alles, aber ohne Liquidität ist alles nichts. Liquidität alleine bringt keine Weiterentwicklung, keine strategische Positionierung, in der Marktvorteile erarbeitet werden können. Liquidität ermöglicht jedoch das Umsetzen rentabler Unternehmenskonzepte. Eine hohe Rentabilität schafft wiederum die Voraussetzungen für die Aufstockung des Eigenkapitals und der Liquidität.

Geht Liquidität immer vor Rentabilität?

Diesen Grundsatz sollten Unternehmer und UnternehmerInnen immer präsent haben, wenn ein Liquiditätsengpass droht. Ist die Liquidität jedoch gesichert, sollte der Fokus auf der Steigerung der Rentabilität liegen.

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