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Deutschland: Deutliches Plus bei Unternehmensgründungen durch Migranten

Unternehmensgründungen durch Migranten tragen in Deutschland wesentlich zum positiven Gründungssaldo bei. Der Anteil der Gründungen durch nichtdeutsche Staatsangehörige stieg zuletzt auf 32,6 Prozent, berichtet das IfM Bonn.

Stichworte: Statistik Unternehmensgründungen

Im 1. Halbjahr 2010 wurden rd. 216.200 Existenzgründungen in Deutschland realisiert. Rund 173.200 der Unternehmen wurden als Einzelunternehmen gegründet, das entspricht einem Anteil von rd. 80 Prozent. Gleichzeitig wurden rd. 161.900 Einzelunternehmen liquidiert, somit ergibt sich bei den Einzelunternehmen unterm Strich ein Plus von rd. 11.300.

Steigender Anteil von Unternehmensgründungen durch Migranten

Rd. 56.500 Einzelunternehmen wurden von Personen mit nichtdeutscher Staatsbürgerschaft gegründet, damit beträgt der Anteil der Gründungen von Migranten rd. 32,6%. Dieser Anteil ist bereits seit längerem kontinuierlich gestiegen, im 1. Halbjahr 2006 lag ihr Anteil bei 22,4%, im 1. Halbjahr 2008 bei 28,4%. Auch österreichische Staatsangehörige gründeten in Deutschland ein Einzelunternehmen, mit rd. 600 Unternehmensgründungen bleiben sie allerdings weit hinter anderen Gruppen zurück. Mit rd. 13.900 Gründungen führen die polnischen Staatsbürger das Ranking an, dahinter bereits mit Respektsabstand die türkischen Staatsangehörigen mit rd. 8.400 gegründeten Einzelunternehmen.

Unternehmensgründungen von Migranten: viele Gründungen, viele Schließungen?

Unternehmensgründungen von Migranten wird häufig eine geringe Lebensfähigkeit und Beständigkeit zugeschrieben. Die Zahlen aus der deutschen Gründungs- u. Liquidationsstatistik bestätigen diese Vorbehalte nicht. Im 1. Halbjahr 2010 wurden rd. 40.700 Einzelunternehmen liquidiert, die von Personen mit nichtdeutscher Staatsangehörigkeit betrieben wurden. Ihr Anteil an den Liquidationen beträgt also rd. 25 Prozent und ist somit deutlich geringer als der Anteil an den Gründungen. Auch in den Jahren zuvor lag der Anteil bei den Schließungen um rd. 6 Prozentpunkte unter dem Anteil bei den Gründungen.

Positiver Gründungssaldo durch Gründungen von Migranten

Für das 1. Halbjahr 2010 ergibt sich also in der Gruppe der nichtdeutschen Staatsangehörigen ein Gründungsplus von 15.800. Bezogen auf das Gesamtplus von 11.300 bedeutet das, dass der positive Gründungssaldo der Migranten den negativen Gründungssaldo der deutschen Staatsangehörigen bei den Einzelunternehmen aufgewogen hat. Im 1. Halbjahr 2008 und im 1. Halbjahr 2009 gab es bei der Gründung von Einzelunternehmen jeweils einen negativen Gründungssaldo ? aber auch in diesen Berichtsperioden wiesen die Gründungs- u. Liquidationsstatistiken für Unternehmen der Migranten entgegen dem bundesweiten Trend einen positiven Gründungssaldo auf.

Quelle: IfM Bonn Working Paper 06/10, eigene Berechnungen

Online seit: 19.10.2010

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