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Controlling: typische Irrtümer und Fehler

Controlling ist häufig das ungeliebte Kind: Controlling haftet der Geruch von Ärmelschonern und der Erbsenzählerei an.

Stichworte: Basel II | Controlling | EDV im Betrieb | Liquidität sichern | Rating | Ziele definieren

Nur: ohne Controlling ist keine geordnete Kurskorrektur möglich ? und die braucht schließlich jedes Unternehmen in seinem Lebenszyklus. Die meisten in Wahrheit früher als später.

Spätestens mit Basel II sollte die Bedeutung des Controlling stärker auch ins Bewusstsein kleiner Unternehmen übergehen. Mangelndes Controlling wirkt sich mit Basel II nämlich nicht nur mittel- oder langfristig durch das Versäumen geeigneter Korrekturschritte aus, sondern bringt sofort ein schlechteres Rating und kostet damit Zinsen.

Fehlende Planung

Leider beginnt es viel zu häufig damit, dass ein Controlling gar nicht möglich ist. Controlling setzt nämlich das Vorhandensein von Planzahlen voraus und diese sind häufig genug nicht ? oder nicht schriftlich fixiert ? vorhanden.

Controlling ist Erbsenzählerei

Controlling ist mehr als Spaltensummen zu bilden, gutes Controlling folgt einem ganzheitlichen Ansatz und beinhaltet ein strategisches Controlling und ein operatives Controlling.

Das strategische Controlling beschäftigt sich mit der Positionierung Ihres Unternehmens am Markt: z.B. mit dem Verwirklichen von Wettbewerbsvorteilen, dem Erreichen von Kernkompetenzen. Das strategische Controlling ist auf Ihre langfristigen Ziele ausgerichtet.

Das operative Controlling überprüft die Erreichung der kurzfristigen Zwischenziele, ist also eng mit dem strategischen Controlling verzahnt. Es überprüft, welche Ergebnisse in der Vergangenheit erreicht wurden und welche nächste Schritte aus diesen Erfahrungen abgeleitet werden.

Ich hab ohnehin alles im Kopf

Leider wird gerade in Kleinbetrieben das Prinzip der Schriftlichkeit bei Planung und Kontrolle häufig nicht umgesetzt. Ideen, Pläne und Strategien sammeln sich im Kopf des Unternehmers/ der Unternehmerin, das hat mehrere fatale Nebenwirkungen:

  • Der eigene Kopf versucht, Ihnen das Leben zu erleichtern. Pläne und Ziele werden schnell und ohne Reflexion für die Ursachen verändert, eine Strategie löst die andere ab.
  • Die Ziele und Strategien sind für MitarbeiterInnen bzw. Teammitglieder nicht transparent. Damit wird eine wichtige Möglichkeit der Mitarbeitermotivation versäumt. MitarbeiterInnen, die wissen, warum sie etwas tun, was ihr Anteil am Erfolg sein kann, sind mit mehr Engagement bei der Arbeit. Unklarheit hingegen demotiviert.
  • Viele Selbständige sagen, dass sie Schwierigkeiten haben, von der Arbeit abzuschalten. Wenn man immer alles im Kopf hat, ist Abschalten auch nicht möglich. Schriftlich Fixiertes kann man am Abend auch beiseite schieben und sich sicher sein, dass es trotzdem nicht verloren geht.

Jetzt ist der nächste Auftrag wichtig

Viele UnternehmerInnen sind vom Tagesgeschäft so in Anspruch genommen, dass für Planung und Kontrolle keine Zeit bleibt. Viel zu spät merken sie dann, dass zwar vielleicht die Auslastung gut ist, aber unterm Strich nichts übrig bleibt oder die Konkurrenz schon auf der Überholspur ist. Controlling bedeutet, die Unternehmenszukunft selbst zu gestalten und sich nicht nur von dem gerade aktuellen Marktwind treiben zu lassen. Controlling braucht also Zeit und Regelmäßigkeit.

Ganzheitliches Controlling bezieht übrigens auch die strukturierte Planung und Kontrolle einer Ressource ein, mit der oft sehr sorglos umgegangen wird: die Ressource Zeit. Falls Sie immer das Gefühl haben, für Controlling keine Zeit zu haben: Fixieren Sie regelmäßige Termine für Controllingaufgaben, die Sie auch in Ihren Kalender eintragen. Damit vermeiden Sie, später viel Zeit und Geld für Krisenmanagement aufbringen zu müssen.

Controlling ist nur was für Große

Controlling ist der laufende Abgleich zwischen Soll und Ist und diesen Abgleich brauchen Unternehmen aller Größen, vom Ein-Personen-Unternehmen bis zum Konzern. Natürlich unterscheiden sich Instrumente und Größenordnungen, das Grundprinzip ist jedoch allgemeingültig.

Selbst das kleinste Unternehmen braucht ein Mindestmaß an Zielgrößen wie z.B. Umsatz, Kosten, Liquiditätssicherung, Anzahl von Kunden. Selbst kleine DienstleisterInnen müssen sich die Frage stellen, welche ihrer Leistungen die beste Ertragskraft hat und bei welchen Aufträgen außer Spesen nichts gewesen ist.

Controlling und der Unternehmergeist

Warum wurden Sie selbständig? Was wollten Sie damit verwirklichen? Wollten Sie Ihre eigenen Ideen umsetzen, das Einkommen erhöhen, Familienarbeit besser mit Erwerbsarbeit vereinbaren? Egal, welche Motive Sie in das Unternehmerleben geführt haben, selbst wenn es Ihnen um Selbstverwirklichung ging ? nur mit einem funktionierende Controlling kommen Sie am Ziel an.

Online seit: 17.06.2005

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