Leben mit der Krise
unternehmer-in-not.at

Ich wollte es aus eigener Kraft schaffen...

>> Da beiss ich mich durch...

...sagte sich Johann. Aber dann wurde ein lebensbedrohlicher Tumor entdeckt. Während er gerettet wurde, siechte die Firma bereits dahin.

Stichworte: Betriebsübergabe | Betriebsübernahme | Erfahrungsberichte | Geschäftsführer GmbH | Konkursantrag | Privatkonkurs | Zahlungsplan

Wieder aufhören war für mich damals noch kein Thema. Das war etwas von dem ich überzeugt war, dass ich damit fertig werde. Das war ja mit Medikamenten in den Griff zu bekommen und nach ein oder zwei Wochen konnte ich wieder arbeiten.

Auf das Geschäft konnte ich mich nicht so konzentrieren. Ich hatte immer wieder starke Schmerzen und laufend Untersuchungen. Ich konnte mich vor allem nicht so auf die Kontakte konzentrieren, die ich gebraucht hätte. Ich hatte noch Kontakte aus meiner alten Firma, da konnte ich schon was davon mitnehmen. Und eigentlich war es ja ein bekannter alteingesessener Betrieb, aber das hat mir auch nichts geholfen. Die Leute haben erst einmal geschaut wie sich der Neue macht und abgewartet, was passiert. Das heisst, ich hätte ständig draußen unterwegs sein müssen und das Geschäft ankurbeln. Das war mir in dieser Situation nicht möglich und dadurch ist das Geschäft auch nicht so angelaufen, wie ich gehofft hatte.

Dass es ein Tumor war, wurde dann im Dezember klar. Ich wurde innerhalb von zwei Tagen zweimal operiert und es stand echt an der Kippe. Es war nicht klar, ob ich es schaffe. Wie ernst es war wurde mir eigentlich erst später bewusst. Aber das heisst, 1 Monat Krankenhaus, 1 Monat Rehabilitation und dann noch ca. 4 Monate, in denen ich nur stundenweise langsam wieder zu arbeiten beginnen konnte.

Damit war das Geschäft abgefahren. Inzwischen hatte ich Gott sei Dank eine Ganztagssekretärin, die sehr geholfen hat, den Betrieb weiter zu führen. Ohne sie hätte ich den Betrieb gleich zusperren können. Das wäre auch besser gewesen aus heutiger Sicht.

Ich hab mich reingehängt, hab versucht, den Betrieb neu zu aktivieren. Ich hab es dann schlussendlich nicht geschafft. Aber ich wollte damals halt unbedingt diesen Status der Selbständigkeit weiterführen. Angestellt zu sein, hat auch seine angenehmen Seiten weil man nicht so im Vordergrund steht und eine gewisse finanzielle Sicherheit da ist. Aber ich bin ein entscheidungsfreudiger Mensch und wollte die Selbständigkeit nicht aufgeben. Ich hab gesagt, da beiss ich mich durch. Aber letztlich war ich zu schwach dafür.

Weiterlesen:

Kap. 1: Ich wollte es aus eigener Kraft schaffen...

Kap. 2: Da beiss ich mich durch...

Kap. 3: Eine Expansion als Rettungsanker

Kap. 4: Die Insolvenz wird öffentlich

Kap. 5: Neue Versuche und der Privatkonkurs

Kap. 6: Heute noch nicht ganz fertig damit...

Kap. 7: Neue Wege: Die Spreu vom Weizen trennen

Online seit: 25.02.2004

Seitenanfang

Suche auf www.unternehmer-in-not.at:

Benutzerdefinierte Suche
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen, Angaben zum Haftungsausschluss und zum Datenschutz.
Verwendung von Texten nur mit schriftlicher Erlaubnis