Leben mit der Krise
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Ich wollte es aus eigener Kraft schaffen...

>> Neue Versuche und der Privatkonkurs

Der Versuch, über ein EDV-Projekt wieder zu Geld zu kommen, scheitert. Letztlich muss Johann auch Privatkonkurs anmelden.

Stichworte: Betriebsübergabe | Betriebsübernahme | Erfahrungsberichte | Geschäftsführer GmbH | Konkursantrag | Privatkonkurs | Zahlungsplan

Es sind viele Schulden übrig geblieben. Es war eine GmbH und ich war handelsrechtlicher Geschäftsführer, da ist natürlich einiges hängen geblieben. Zuerst haben wir gesagt, wir werden das schon schaffen, die Bank hatte schon auf Geld verzichtet.

Eine befreundete Firma hatte mir einen Job angeboten, wieder in der gleichen Branche. Ich war gewerberechtlicher Geschäftsführer, aber es wiederholten sich viele Dinge. Der Ärger mit Kunden, die nach Mängeln suchen um Zahlungen hinauszögern zu können. Ich konnte auch den Personalbereich nicht so aufbauen und schulen, wie ich es wollte. Und dann musste ich wieder operieren gehen. Ich hab dann Schluss gemacht mit dem Job weil mir klar war, dass mich das ganze krank macht.

Mit einem Freund hab ich dann begonnen, eine Software zu schreiben. EDV war schon immer ein Hobby von mir und hat mich interessiert. Geplant war eine Kooperation mit einer EDV-Firma, die das verkaufen wollte. Wir haben viele Stunden investiert, aber letztlich ist das auch gescheitert. Es gab Konflikte, einen Rechtsstreit und schließlich haben wir uns verglichen. Aber die vereinbarte Summe haben wir auch nie bekommen und die Firma ist heute selbst in Konkurs. Also da wird auch nichts mehr kommen. Das war natürlich gedacht, damit ich einen Teil meiner Schulden wegbringe.

Der Privatkonkurs war eigentlich der schlimmste Weg. Die Schuldenlast war einfach zu groß. Meine Frau hat einen Teil davon übernommen, drum leben wir noch immer in unserem Haus. Trotzdem sind mir mehr als 4 Mio. Schilling Schulden übrig geblieben. Ich hab mir einen Anwalt genommen den ich schon von früher kannte und den hab ich gefragt, wie machen wir das, wie bereiten wird das vor? Wir haben die Vermögensaufstellung und den Zahlungsplan vorbereitet und das Schuldenregulierungsverfahren angemeldet. Das hat dann zwar wieder ein paar Monate gedauert bis es eröffnet wurde, dann ist es aber relativ rasch gegangen bis der Zahlungsplan angenommen war. Das war dann im Sommer 2001. Wegen der hohen Schulden und der ganzen familiären und finanziellen Situation haben die Gläubiger eine 5%-Quote akzeptiert. Es war allen klar, dass mehr nicht geht.

Meine Selbständigkeit setze ich jetzt gemeinsam mit meinem Freund im EDV-Bereich fort. Die Firma entwickelt sich langsam, aber wir gehen auch sehr vorsichtig vor. Wir investieren nur aus dem Eigenkapital heraus. Durch meine Krankheit bin ich zu 50% erwerbsunfähig. Das ist gerade soviel, dass ich keine Arbeit mehr bekomme und dass mein Ansuchen um Erwerbsunfähigkeitspension abgelehnt wurde.

Weiterlesen:

Kap. 1: Ich wollte es aus eigener Kraft schaffen...

Kap. 2: Da beiss ich mich durch...

Kap. 3: Eine Expansion als Rettungsanker

Kap. 4: Die Insolvenz wird öffentlich

Kap. 5: Neue Versuche und der Privatkonkurs

Kap. 6: Heute noch nicht ganz fertig damit...

Kap. 7: Neue Wege: Die Spreu vom Weizen trennen

Online seit: 25.02.2004

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