Leben mit der Krise
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Ich wollte es aus eigener Kraft schaffen...

>> Neue Wege: Die Spreu vom Weizen trennen

Bei einer gesundheitlichen oder finanziellen Krise trennt sich rasch die Spreu vom Weizen.

Stichworte: Betriebsübergabe | Betriebsübernahme | Erfahrungsberichte | Geschäftsführer GmbH | Konkursantrag | Privatkonkurs | Zahlungsplan

Dieser permanente Druck jedem Auftrag nachlaufen zu müssen um den Betrieb aufrecht zu erhalten - da gibt es Mitarbeiter, die bezahlt werden wollen und das auch mit Recht. Es hat einfach dazu geführt, dass ich mit Gewalt versucht habe, jeden denkbaren Auftrag zu bekommen. Dann ist es dabei oft gar nicht mehr um die Frage gegangen, macht das überhaupt einen Sinn? Ich habe Aufträge zu Preisen angenommen, die hätte ich besser bleiben lassen sollen. Aber Nein sagen war einfach nicht mehr denkbar.

Ich arbeite noch immer selbständig, gemeinsam mit einem Team arbeite ich an Internetlösungen. Aber ich laufe nicht mehr jedem Auftrag um jeden Preis nach. Wir haben ein Produkt, das etwas zu bieten hat und diese Qualität muss auch honoriert werden. Natürlich suchen Kunden immer danach, wie sie es billiger bekommen können. Aber heute stehe ich auf dem Standpunkt, das Geschäft muss mir und dem Kunden etwas bringen. Ich bin nicht mehr bereit, mich dieser Art von Wettbewerb noch so auszusetzen. In jeder unserer Arbeiten steckt Energie und Enthusiasmus und das muss anerkannt werden. Wenn das nicht zurückkommt, dann sage ich heute auch Nein zu einem Auftrag. Ich nehme mir es nicht nur vor, sondern ich tue es wirklich. Wir wachsen dadurch vielleicht langsamer, aber ich bin überzeugt, dadurch wachsen wir gesünder.

Die Spreu vom Weizen trennt sich ganz von selbst, wenn man eine schwere Krankheit oder eine schwere finanzielle Krise erlebt. Das musste ich auch schmerzlich erfahren. Aber ich gehe jetzt einen Schritt weiter und trenne selbst, überlege mir, was ist Weizen, was ist Spreu. Was bringt mich weiter, was tut mir und meiner Entwicklung gut, und was behindert oder belastet mich nur. Das gilt nicht nur für das geschäftliche, auch für den privaten Bereich. Ich habe festgestellt, dass so manche Freunde mich sehr viel Energie gekostet haben. Ich sehe mir das heute viel genauer an und sage auch hier öfter Nein. Ich habe etwas zu geben, privat wie geschäftlich, aber da muss auch etwas zurückkommen.

Ich habe begonnen, mich mit ganzheitlicher Lebensführung zu beschäftigen und das hat mir sehr geholfen, meine Krankheit zu bewältigen. Ich brauchte einen anderen Weg um mit dem Druck und dem Stress zurecht zu kommen. Ich finde dadurch auch neue Möglichkeiten, wie ich an mein Geschäft herangehe. Der alte Weg hat mir nichts anderes gebracht als dass ich krank geworden bin. Ich merke, dass die Energien jetzt anders fließen als vorher und auch Geschäftskontakte schließen fällt mir jetzt viel leichter.

Weiterlesen:

Kap. 1: Ich wollte es aus eigener Kraft schaffen...

Kap. 2: Da beiss ich mich durch...

Kap. 3: Eine Expansion als Rettungsanker

Kap. 4: Die Insolvenz wird öffentlich

Kap. 5: Neue Versuche und der Privatkonkurs

Kap. 6: Heute noch nicht ganz fertig damit...

Kap. 7: Neue Wege: Die Spreu vom Weizen trennen

Online seit: 25.02.2004

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